4. Monat

Das erste Trimester ist geschafft. Von nun an beginnen die „fetten Jahre“.

  • Die Zeit, in der die Gefahr noch hoch ist, das Kind zu verlieren, ist vorbei: Die Chancen sind hoch, dass Du Mama wirst.

Jetzt kannst Du jedem erzählen, dass Du schwanger bist. Jetzt kann nicht mehr so viel schief gehen. Deine Chefin sollte sich damit anfreunden, Rücksicht auf Dich und Dein kleines Würmchen zu nehmen und eine Vertretung für Dich zu suchen. Deine Familie weiß es sicher schon, aber Freunden kannst Du jetzt auch endlich die freudige Nachricht überbringen.
Ich würde aber erst mit denen anfangen, die sich sicher mit Deiner Lebensweise angefreundet haben. Selbst diese Menschen reagieren fremd und für Dich möglicherweise nicht aufmunternd, wenn Du ihnen erklärst, weiterhin vegan zu bleiben. Ich musste tatsächlich bei manchen Menschen dieselben Themen noch einmal durchkauen. Das ist vor allem eine Belastung für Dich, wenn Du Glückwünsche erwartest und Dir finstere Blicke begegnen und völlige Intoleranz bei eigentlich aufgeklärten Menschen, die sich aber über dieses Thema nicht genug informiert haben. Das muss Dir nicht passieren, aber wenn doch: die Menschen gewöhnen sich an den Gedanken. Und wenn Du ruhig auf die Fragen, ob Du Dich ausschließlich von genmanipuliertem Tofu und Leitungswasser ernähren willst, antworten kannst, ist der Schock schnell überwunden und die Leute freuen sich mit Dir.

  • Deine Morgenübelkeit sollte langsam zurückgehen.

Damit kenne ich mich ja nicht gut aus, aber ich bin auch deutlich fitter geworden als der 3. Monat geschafft war.

  • Du fühlst die Energie zurückkommen, bist nicht mehr so oft müde.

Ja, jetzt hat sich Dein Körper daran gewöhnt, schwanger zu sein. Du kannst wieder mehr unternehmen und fühlst Dich wieder wie ein Mensch.
Aber mit der Veränderung hat sich auch der Nährstoffbedarf Deines Körpers geändert. Die Folsäure, die Du brauchst, muss nicht mehr in einer so großen Menge zugeführt werden. Jetzt braucht der Körper Eisen für die erhöhte Blutmenge, die Du produzierst, und Eiweiß für den Bau des Kleinen. Ich habe persönlich etwas Eisenmangel entwickelt, was aber wohl häufig in Schwangerschaften vorkommt, so dass die Kosten für die Tabletten sogar ganz von der Kasse übernommen werden.

Eisen gibt es außerdem noch in leckerer Form zum Beispiel in

  • Melasse
  • Haferflocken, Getreideflocken (Müsli)
  • Linsen, Erbsen
  • Hirse
  • Tofu, Sojamehl, Sojabohnen
  • dunkelgrünem Blattgemüse (Spinat)
  • Petersilie
  • getrocknetem Obst
  • Sonnenblumenkernen, Sesam, Kürbiskernen
  • Vollkornbrot
  • Feigen, Aprikosen
  • Bierhefe
  • Kleie, Weizenkeimen
  • gebackene Bohnen
  • Mandeln, Paranüssen, Cashewnüssen, Pistazien, Haselnüssen
  • Kakao

Ach ja: Die Eisenaufnahme wird deutlich erschwert durch gleichzeitige Einnahme von Milch oder Kaffee. Diese bitte meiden. ;-)

Ein bisschen schlapp fühlte ich mich immer noch, was an einem niedrigen Blutdruck lag, der aber auch zu den allgemeinen möglichen Nebenwirkungen einer Schwangerschaft gehörte.

Woher Du Dein Eiweiß bekommst, weißt Du sicher. Nur noch mal zur Erinnerung (und falls Du gefragt wirst, wie um Himmels willen ein Veganer Eiweiß beziehen will)

  • Nüsse (Pistazien, Mandeln, Paranüsse)
  • Sojabohnen und -produkte (Tofu)
  • Ganzes Getreide, Weizenkeime
  • getrocknete Erbsen und Bohnen
  • Bierhefe
  • Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Erdnüsse
  • Sesam
  • Avocados
  • Kartoffeln
  • Spinat
  • getrocknete Aprikosen

Meine Frauenärztin und ich saßen wie immer zusammen in der monatlichen Untersuchung und wussten nicht, was wir noch besprechen sollten. Zum Glück eine so ereignislose Schwangerschaft.

Mein Tipp in diesem Monat: Viel Vitamin C (hilft bei der Eisenaufnahme), Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte (Eisen). Füße hochlegen wann immer es geht und wirklich bewegen (aber nicht überanstrengen)!

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