8. Monat

Mein Geburtsvorbereitungskurs hat begonnen. Ich habe diese Möglichkeit genutzt, um ein paar andere Schwangere kennenzulernen und so einige Unsicherheiten loszuwerden. Den meisten Frauen geht es so, dass sie nicht genau wissen, was da auf sie zukommt, ob das alles richtig ist was sie tun, und ob das normal ist wenn es irgendwo zwickt oder drückt.
Schön ist, wenn man von den anderen lernen kann und mit ihnen Erfahrungen austauschen kann, und sich Fragen klären lassen, ohne sie überhaupt stellen zu müssen.

Für uns als vegane Mamas ist es tatsächlich leichter als für die anderen Mädels: wir brauchen keine Angst vor gefährlichen Nahrungsmitteln zu haben. (Von Alkohol und Kaffee einmal abgesehen.) In meinen Kursen wurde oft darüber gesprochen, wie sauber man jetzt in der Küche arbeiten müsse, um Toxoplasmose zu verhindern, wie gefährlich schon ein nicht hundertprozentig desinfiziertes Brett nach dem Zubereiten von Fleisch sein kann. Die Frauen machen sich Sorgen, dass irgendwo rohes Ei enthalten oder etwas noch nicht ganz durchgegart sein könnte.
Mir erscheint das sehr viel nervenaufreibender als sich einfach nur um gesunde Nahrungsmittel zu kümmern. Wie schnell man doch so einem kleinen Baby schaden kann! Und wenn es so schlecht für ein Ungeborenes ist, wie könnte ich das dann später meinem Kind zumuten?

Wunderschön: es gibt wieder das Kleine zu sehen. Meins hat richtig toll in die „Kamera“ geschaut. Ein winziges Persönchen, welches, jetzt oft durch Schluckauf geschüttelt, bei mir wohnt. Ja, das Kind ist schon da! Es ist nur eben noch in Dir drin. Jetzt bin ich richtig froh, dass ich mein Kind nur aus schönen Dingen gebaut habe. Die Möglichkeit, ein Baby aus Muttermilch von anderen, Ihren verzweifelten Kindern, Qual, vermischt mit Zucker und Fett zu bauen finde ich immer merkwürdiger. Wie konnte ich nur je anzweifeln, dass es das Beste ist, das Kind aus natürlichen Rohstoffen zusammenzusetzen? Ob den anderen Müttern klar ist, wie seltsam ihr Verhalten ist?

Ich werde jedenfalls weiterhin dicker, nein, bald platze ich sicher! Und mein Kleiner macht, was er will. Ich versorge ihn gut mit Eiweiß, vielen Nährstoffen und ganz viel Wasser und er kugelt dafür fröhlich im Bauch hin und her. Leider ist er bisher nicht mit dem Kopf nach unten gepurzelt, aber man kann so einem kleinen Ding einfach nicht böse sein. Zur Not muss es eben ein Kaiserschnitt sein.

Das Krankenhaus, dass ich mir ausgesucht habe, wird mir immer sympathischer. Bei einer Rundtour durch die Kreißsäle wurde kurz angesprochen, dass es wohl drei Menüs für die frisch gebackenen Mamas zur Auswahl gibt. Und zu meiner Überraschung ist wohl immer ein vegetarisches dabei! Morgens und Abends gibt es dann Buffet, und auch da, eine große Auswahl Obst, Salat, Gurken und verschiedene vegane Pasteten. Zur Not hätte ich mich selbst mit Nahrungsmitteln eingedeckt, aber solche Entdeckungen machen mich auf jeden Fall glücklich und lassen mich an eine gute Zukunft glauben.

Wenn Du noch vor der Geburt etwas vor hast, dann tu das jetzt. Nach meiner Erfahrung wird es ab jetzt nicht mehr einfacher.

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