1/2 Lebensjahr

Ja, da bin ich wieder und möchte hier gerne weiterhin für Euch da sein.

Ich war mir wieder mal nicht sicher, was jetzt passieren sollte. Ja, die Schwangerschaft war ruhig und glücklich, ein wunderschöner kleiner veganer Junge blinzelte in die Welt, aber jetzt konnte ich ja so viel falsch machen. Das Einzige, was also für mich in Frage kam, war Stillen. Und das mit vollster Mama-Hingabe. Mein Kleiner ist allerdings ein sehr gieriges Baby, also war das ein ziemlicher Kampf.

Das Stillen muss nicht immer „die wunderschöne Vereinigung von Mutter und Kind“ sein. Es reicht auch, wenn das Kind satt ist und die Mama ihm das gegeben hat, was extra von der Natur eingerichtet wurde. Ich will damit nicht sagen, das es bei jedem so schwierig ist, es kann auch wunderschön sein. Aber denen, die es schwer haben, will ich sagen: es lohnt sich! Der Kleine wächst schnell und hat ein gutes Gewicht und ist ein glücklicher kleiner Junge. Wie viele Stillkinder ist er ein dicker kleiner Wonneproppen.

Er trank bei mir so schnell, daß er nach 5 Minuten satt war. Das wollte er aber alle zwei Stunden.

Und er schlief nur auf dem Bauch. Ja, es wird gesagt, das sollen Kinder nicht tun, aber es dauerte auch nur solange an, wie er tags auf meinem Bauch schlief. Er brauchte wohl einfach die Nähe. Und er schlief oft im Elternbett–auch „verbotenerweise“–da dann aber auf dem Rücken. Also: alle Kinder sind unterschiedlich. Wenn Dein Kind anders ist als im Lehrbuch, dann ist das eben so. Mach Dir nicht zu viele Sorgen! Und vor allem: zwing Dein Kind oder Dich nicht zu irgendetwas. Ich denke, ein gesunder Mittelweg ist das Beste für Euch beide! Und die Hauptsache ist doch: sie schlafen. Und das gut.

Nach etwa 5 Monaten führte ich den ersten Brei ein: Mittags Süßkartoffel. Süßkartoffel ist unglaublich gesund und enthält alles, was so ein kleines Ding braucht. (wikipedia inhaltsstoffe) Und sie ist süß. Das bedeutet, dass die Kinder sie gerne mögen, weil sie ja nur die süße Muttermilch gewöhnt sind. Ich habe die Kartoffel kleingestückelt mit etwas Wasser gekocht und mit dem Wasser zusammen püriert, weil die Vitamine ja nach dem kochen alle im Wasser schwimmen. Dann hab ich den Brei in Eiswürfelbehälter gefroren und die Portionen in deiner Box im Tiefkühlfach aufgehoben.

Aufgetaut im Wasserbad und mit einem kleinen Tropfen Leinöl hat mein Kleiner am ersten Tag ganz verwirrt geschaut, was ich plötzlich mit einem Löffel will. Am zweiten Tag hat er die halbe Eiswürfelportion aufgegessen, am dritten Tag die ganze und am vierten habe ich schon zwei Portionen aufgetaut. Danach bekam er keine Milch, weil er ja ohnehin alle zwei Stunden getrunken hat, und so endlich auf drei Stunden ohne Milch kam. Sehr erholsam.

Als nächstes habe ich immer eine Portion Pastinake und eine Portion Süßkartoffel gemischt, das fand er auch super. Vielleicht sollte ich hier anmerken, daß nicht alle Kinder gute Esser sind. Das ist nun wirklich nicht der Fall, ich hatte nur einfach Glück, dass mein Baby einfach alles mag und davon immer so viel wie es gibt. Alles andere ist aber auch normal.

In der Stillzeit habe ich einfach so weitergegessen wie in der Schwangerschaft, man braucht ja auch jede Menge Energie, die dann in die Milchproduktion fließt.

Meine Eisenwerte sind wieder gut, so wie bei den meisten Frauen nach der Entbindung.

Was mir aufgefallen ist, meine Fingernägel hatten kleine Einkerbungen und wuchsen ein wenig wellenförmig. Das habe aber nur ich gesehen, wenn ich ganz nah dran war. Natürlich hatte ich sofort Angst, daß es an der Ernährung liegt, so wie ich das immer denke. Heute weiß ich, daß das Nagelpsoriasis war und nach der Stillzeit verschwand es wieder. Hatte also nichts mit veganer Ernährung zu tun. Mein Fazit nach diesem Schrecken: man sollte zwar vorsichtig sein, aber nicht so reagieren, als ob man noch immer glauben würde, vegan zu leben sei gefährlich.

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