Kindergarten

Mein Sohn ist jetzt bald vier und meine Tochter wird im Juli zwei Jahre alt. Wir sind mit dem Großen gut im Kindergarten angekommen. Da er über den Mittag dort ist, stellt der Kindergarten auch das Mittagessen. Wir haben das Glück, eine Einrichtung gefunden zu haben, in der frisch gekocht wird und für ihn vegan.

Wie spricht man am Besten das Thema „veganes Kind“ im Kindergarten an?
Ich ließ die Bombe platzen, als die Kindergärtnerin mich beim Vorgespräch nach Allergien fragte. Ich sagte, ich wisse nicht, ob mein Kind eine Laktoseintoleranz hat, weil wir vegan leben.
– „Das ist überhaupt kein Problem,“ überraschte sie mich, „wir können uns mit der Köchin zusammensetzen und besprechen, wie das am Besten umzusetzen ist. In der Gruppe werden sicher beim ersten und zweiten Mal Fragen entstehen, aber danach ist das abgehakt für die Kinder. Wir wollen, dass er kein Außenseiter wird, deswegen bekommt er immer das gleiche Essen wie die Anderen, nur dass wir es etwas abändern, damit es vegan ist. Bei Buffets darf er von ‚seinem‘ Teil des Tisches holen. Das haben wir schon bei anderen Kindern gemacht, die wegen ihrer Religion anders essen sollten.“
Ich habe mich wirklich sehr gefreut. Mir ist natürlich klar, dass mein Großer mal vom Nebensitzer etwas probiert oder sich beim Buffet eine Miniwiener schnappt. Ich sehe das nicht zu dogmatisch, denn das ist nur die Ausnahme, und vieles mag er auch gar nicht. Wenn er mal mit einem anderen Kind die Kuchen tauscht, habe ich auch nichts verloren, letztendlich hat ein Kind dann vegan gegessen und ich habe nichts unterstützt, was ich nicht wollte.

Damit ich mehr mitmischen kann, bin ich Elternbeirat geworden. So kann ich bei den Kindergartenfesten darauf achten, dass es auch immer eine Alternative für mein Kind gibt und mitreden, wenn Aktionen geplant werden. Ich melde mich auch immer freiwillig, wenn es darum geht, etwas für so ein Fest zu backen. Dann können auch alle anderen die leckeren veganen Varianten von Kuchen und Süßigkeiten probieren.

Im Kalender des Kindergartens schaue ich immer nach, wann wieder ein Kind Geburtstag hat, da gebe ich meinem Sohn immer Muffins oder süße Teile mit. Wenn Buffet-Tag ist, dann hängt vorher eine Liste aus, in der sich die Eltern eintragen können, was ihr Kind davon mitbringt. Ich trage mich natürlich immer brav bei „Wurstaufschnitt“ ein und überrasche mit veganer „wie-Lyoner“ oder so etwas. Kinder machen da keinen Unterschied habe ich gemerkt, und meiner ist immer gut versorgt.
An Fasching habe ich tatsächlich vegane Berliner gebacken, damit er die mitbringen konnte. Es funktioniert also im Moment noch ganz gut.

Ich habe mir auch Gedanken gemacht, was ich mache, wenn der Kindergarten eine Exkursion in den Zoo unternimmt. Ich werde wohl erst mal mein Kind fragen, ob es da überhaupt mitgehen möchte. Wenn ja, dann kann ich das nutzen, mit ihm zu besprechen, was er da sieht. Das kann man ja völlig wertfrei machen, und er kann sich ein Bild davon machen, wie die Realität aussieht.

Neulich sprach mich eine andere Mutter im Kindergarten an, ihr Sohn würde erzählen, dass meiner immer einen anderen Nachtisch bekommen würde als er, und fragte ob eine Allergie vorliegen würde. Auf meine „Wir-leben-vegan“-Antwort hin sagte sie nur, dass sie das gut fände und dass das jetzt ja auch voll im Trend wäre. Ich bin ehrlich immer wieder überrascht, wie sehr „vegan“ in der Gesellschaft angekommen ist.

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